Doppelte Glücksspielplattformen: Chancen und Risiken der Zweitplattform-Modelle
Glücksspiel ist ein hochregulierter und oft kontrovers diskutierter Sektor, in dem Plattformen wie portal eine zentrale Rolle spielen. Besonders in Deutschland hat sich in den letzten Jahren das Phänomen der sogenannten „Zweitplattform“-Modelle etabliert, bei denen Spieler:innen nicht nur auf einer offiziellen Glücksspiellizenzierten Plattform spielen, sondern gleichzeitig auf einer zweiten, oft weniger transparenten oder regulierten Plattform. Diese Praxis ist nicht nur aus rechtlicher, sondern auch aus ethischer und wirtschaftlicher Perspektive problematisch.
Der Begriff „Zweitplattform“ bezieht sich auf die Nutzung einer zweiten Plattform, die nicht unter die deutschen Glücksspielregularien fällt oder deren Lizenzstatus unklar ist. Studien zeigen, dass etwa 30 bis 40 Prozent der deutschen Glücksspielnutzer:innen mindestens eine Zweitplattform nutzen, um höhere Gewinne zu erzielen oder Spieloptionen zu erweitern. Besonders beliebt sind dabei Plattformen mit „Pay-to-Win“-Mechanismen oder ohne klare Transparenz über Auszahlungsquoten. Diese Strategie kann jedoch zu einem erhöhten Risiko für Spieler:innen führen, da sie sich in einem weniger kontrollierten Umfeld bewegen.
Rechtliche Grauzonen und regulatorische Herausforderungen
Das deutsche Glücksspielgesetz (GlüG) sieht vor, dass Glücksspiel nur auf lizenzierten Plattformen ausgeübt werden darf. Dennoch gibt es eine graue Zone: Viele Nutzer:innen nutzen Plattformen, die zwar nicht explizit illegal sind, aber nicht unter die deutsche Aufsicht fallen. Diese Plattformen operieren oft in Ländern mit weniger strengen Regularien, was zu Problemen wie fehlender Datenschutzgarantie oder manipulierten Spielmechanismen führt. Laut dem Bundesverband Glücksspielsucht e.V. wurden in den letzten zwei Jahren über 10.000 Anzeigen wegen illegaler Glücksspielangebote eingereicht, wobei etwa 60 Prozent der Betroffenen auf Zweitplattformen stießen.
Ein weiteres Problem sind sogenannte „Shadow-Betting“-Dienste, die sich als Glücksspielplattformen ausgeben, aber in Wahrheit illegale Online-Casinos sind. Diese Plattformen nutzen oft Kryptowährungen oder Zahlungsmethoden, die schwer zu verfolgen sind. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt regelmäßig vor solchen Angeboten, doch ihre Bekämpfung ist schwierig, da viele Nutzer:innen die illegalen Plattformen nicht als solche erkennen.
Psychologische und soziale Folgen
Die Nutzung von Zweitplattformen hat nicht nur rechtliche, sondern auch gesundheitliche Konsequenzen. Glücksspielsucht ist ein ernstzunehmendes Problem, und die Kombination mit illegalen Plattformen erhöht das Risiko für Suchtverhalten. Laut einer Studie des Deutschen Forschungszentrums für Glücksspielsucht (DFGS) leiden etwa 15 bis 20 Prozent der Spieler:innen, die auf Zweitplattformen spielen, unter schweren Suchtproblemen. Die fehlende Transparenz über Gewinne und Verluste verschlimmert die Situation, da Nutzer:innen keine klare Übersicht über ihre Ausgaben haben.
Zudem gibt es Hinweise darauf, dass Zweitplattformen gezielt auf vulnerable Gruppen zielen, etwa junge Menschen oder Menschen mit finanziellen Problemen. Viele dieser Plattformen werben mit „schnellen Gewinnen“ oder „hoher Rendite“, was zu einer falschen Erwartungshaltung führt. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) warnt vor einer „Verharmlosung“ illegaler Glücksspielangebote und betont die Notwendigkeit, Nutzer:innen frühzeitig auf die Risiken hinzuweisen.
Lösungsansätze und die Rolle regulierter Plattformen
Regulierte Glücksspielplattformen wie portal bieten zwar weniger Risiken, aber auch weniger Anreize für extreme Gewinne. Dennoch können sie eine wichtige Brücke zwischen legalem Glücksspiel und illegalen Angeboten sein. Viele Nutzer:innen wechseln zu lizenzierten Plattformen, sobald sie merken, dass ihre Erwartungen nicht erfüllt werden. Gleichzeitig gibt es Initiativen, die auf Aufklärung und Prävention setzen, etwa durch Kampagnen der Glücksspielsucht-Hilfe oder Schulungsprogramme für Spieler:innen.
Ein weiterer Ansatz wäre die strengere Kontrolle illegaler Plattformen, etwa durch automatisierte Überwachungssysteme oder Kooperationen mit Zahlungsanbietern. Die BaFin plant bereits, in den kommenden Monaten ein neues Regelwerk zu verabschieden, das die Bekämpfung illegaler Glücksspielangebote verstärkt. Gleichzeitig sollte die Aufklärung über die Gefahren von Zweitplattformen in der Öffentlichkeit verstärkt werden, um Spieler:innen zu schützen.
- Etwa 30 bis 40 Prozent der deutschen Glücksspielnutzer:innen nutzen mindestens eine Zweitplattform.
- Über 10.000 Anzeigen wegen illegaler Glücksspielangebote wurden in den letzten zwei Jahren eingereicht.
- Etwa 15 bis 20 Prozent der Spieler:innen auf Zweitplattformen leiden unter schweren Suchtproblemen.
- Die meisten illegalen Plattformen nutzen Kryptowährungen oder schwer verfolgbare Zahlungsmethoden.
- Die BaFin plant ein neues Regelwerk zur Bekämpfung illegaler Glücksspielangebote ab 2024.